Mrz 26

Verordnung zum Digitacho

Seit dem 1.März 2014 gibt es eine neue Verordnung zum Digitacho. Sie ersetzt die bisherige Verordnung über Bauart, Einbau, Prüfung und Benutzung von Kontrollgeräten.Dadurch bildet sie die gesetzliche Grundlage für die nächste Generation von digitalen Tachographen. Teilweise tritt sie allerdings erst im März 2015 in Kraft und die volle Geltung erlangt sie erst im März 2016.

Hauptänderung darin ist, dass die Kontrolleure per Fernabfrage auf die Daten des Fahrtenschreibers zugreifen können. Allerdings wird nur eine begrenzte Menge an Daten übermittelt u.a. Daten zur Geschwindigkeit, Störungen und Fehlermeldungen.

Es sollen aber auch Standortdaten zu Beginn und Ende der Arbeitszeit mittel GPS aufgezeichnet werden.Ausgestattet mit diesen Kontrollgeräten müssen Neufahrzeuge 3 Jahre nach Erlass dieser Vorschrift (vorrausichtlich März 2015) sein. 15 Jahre später sollen alle Fahrzeuge mit diesen Kontrollgeräten ausgestattet sein.

Bei diesem Thema komme ich immer wieder zu zwei Meinungen. Zum einen nähern wir uns damit immer mehr der Totalüberwachung des Fahrers an, wo sich für mich die Frage stellt, ob von Seiten des Gesetzgebers eine Vorverurteilung des Fahrers auf Bewährung vorliegt und mit den Kontrollmechanismen nur kontrolliert wird, ob er seine Bewährungsauflagen einhält.

Zum anderen bin ich der Meinung, dass durch diesen Digitacho nur derjenige rausgezogen wird, bei dem Verdachtsmomente vorliegen, und die Fahrzeuge, die „sauber“ unterwegs sind, können ohne Zeitverlust ihre Fahrt fortsetzen.

Bei einem Training im Rahmen des BKrFQG meinte ein Kollege, eine wirkliche Neuerung wäre, wenn man den Digitacho mit einem Kreditkartenlesegerät ausstatten würde, das via Datenübertragung die Strafe gleich abgezogen werden würde (Achtung Ironie!?).

In diesem Sinne,
eine saubere Stoßstange und eine kontrollfrei Fahrt!

Jan 15

Flexible Lenkzeitlösungen

In der Pressemeldung vom 15.01.2014 schreibt Dr. Dieter- Lebrecht Koch (CDU) stellvertr. Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Europäischen Parlament:

Die mit dem Rat gefundene Einigung geht auch beim Personentransport nicht weit genug. Die CDU/CSU-Gruppe hatte sich für eine flexiblere Handhabung der Lenk- und Ruhezeiten für den Reisebusverkehr eingesetzt. Bei Busreisen kommt es immer wieder vor, dass die Gruppen wenige Kilometer vor dem Heimatziel noch einmal eine Zwangspause von 45 Minuten einlegen müssen, weil der Digitale Tachograph das so vorschreibt. Sich so von der Technik und den starren Vorschriften der EU gängeln zu lassen, ist nicht einzusehen. Es wäre ein Leichtes gewesen, mit flexibleren Regeln einen hohen Mehrwert für den Bürger zu schaffen. Menschen verhalten sich anderes als leblose Güter. Eine Flexibilisierung mit Augenmaß im Sinne der Busfahrer und Reisenden ist kein Widerspruch zur Straßenverkehrssicherheit.“

Mal ganz abgesehen von irgendwelchen Sicherheitsaspekten, was ist mit dem Berufskraftfahrer im Güterverkehr mit einer Familie zu Hause, der eine Stunde von zu Hause entfernt seine Wochenendruhezeit machen muss, weil seine Lenkzeit für die Doppelwoche voll ist? Ist das Wochenende vom Berufskraftfahrer im Kreis seiner Familie weniger wert als die 45 Minuten, die der Tourist später am Ziel ist?

Sep 29

Fahrsimulatoren: Eine überdimensionierte Spielkonsole für Berufskraftfahrer?

Bussimulator bei TTS in FinnlandSimulatoren halten Schritt für Schritt einen viel diskutierten Einzug in die Berufskraftfahreraus- und –weiterbildung. Für die einen ist es nur ein teures Spielzeug, andere sehen darin ein optimales Trainingsinstrument, um z.B. Situationen zu simulieren und zu trainieren, die in der Praxis zu schweren Unfällen führen könnten und es entsprechend nicht zulassen, dass man das eigene Verhalten in solchen Situationen trainiert. Aber wie und wann der Einsatz von Simulatoren tatsächlich sinnvoll ist und den höheren Kostenaufwand rechtfertigt, ist ein Thema, bei dem die Meinungen auseinander gehen. Diejenigen, die schon mit dem Simulator arbeiten, sehen diesen Zusatznutzen jeden Tag, für die meisten anderen ist der Simulator ein Buch mit sieben Siegeln, weil es einfach noch viel zu wenig Informationen über Fahrsimulatoren und ihre Wirksamkeit im Training gibt. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, werden auch von Seiten der EU Projekte wie z.B. ICT-DRV und SIMTEB co-finanziert.  Es gilt abzuwarten, wie sich die Erkenntnisse aus diesem Projekten in der Praxis niederschlagen.

Simulator_Low_Cost_HelsinkiAber hat der Simulator nun einen Nutzen für die Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern oder ist es eben doch nur eine überdimensionierte Spielkonsole? Auf den richtigen Einsatz kommt es an! Die Frage ist, was man damit trainieren will und wie man den Simulator sinnvoll in ein Training integriert. Gerade vor Kurzem habe ich von jemandem, der täglich damit arbeitet gehört, dass 60% des Lernens eigentlich nicht dabei stattfindet, wenn ein Fahrer selbst am Simulator fährt, sondern wenn er die Fahrten von anderen beobachtet und mit bespricht. Es sollte auch kritisch hinterfragt werden, wofür welche Art Simulator tatsächlich notwendig und geeignet ist. Man wird wohl kaum eine ungebremste Fahrt den Brenner hinunter auf einem low-cost-Simulator erleben können. Um eine ökonomische Fahrweise zu üben, braucht es aber auch nicht zwingend einen full-motion-Simulator, wie er z.B. von der EU Richtlinie 2003/59 „gefordert“* wird. Die Frage sollte also nicht sein, ob ein Simulator sinnvoll ist oder nicht, sondern wann und wie welche Art Simulator sinnvoll eingesetzt werden sollte, um das Lernen zu unterstützen.

*Die EU-Richtlinie fordert einen „State-of-the-Art“-Simulator! Wobei eben dieses „State-of-the-Art“ nur in einigen Ländern weiter definiert ist. Ob die Forderung nach dem neuesten Stand der Technik sinnvoll, wage ich zu bezweifeln, denn Technik allein reicht nicht aus, um Lernen zu ermöglichen. Auch auf den Trainer und dessen Fähigkeiten kommt es an. Manchmal ist zu viel Technik eben auch zu viel des Guten und man wäre besser mit einem low-cost-Simulator bedient.

Jul 23

Hallo und herzlich willkommen auf meinem Blog!

15Day1_Matthias_DEKRAMein Blog ist gerade online gegangen und ich bin schon gespannt, ob er sich so entwickelt, wie ich ihn mir vorstelle. Ich blogge hier über alle Themen rund um den LKW und das Transportgewerbe, die mich beruflich – als Trainer und Berater – aber auch privat beschäftigen.

Viel Spaß beim Lesen!

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